Der Autor
Albert Einstein hat einmal gesagt: „Unsere wichtigste Entscheidung ist, ob wir das Universum für einen freundlichen oder feindlichen Ort halten.“
Es gibt viele Interpretationen dieses Zitats, aber das Wichtigste, was wir daraus lernen können, ist, dass unsere Haltung, wie wir Dinge betrachten, positive oder negative Auswirkungen hat.
Wenn mich jemand fragt, was ich beruflich mache, antworte ich meist nicht „UX-Design und Development“, sondern: „Ich versuche, das Internet zu einem freundlichen Ort zu machen.“ Dabei ist Barrierefreiheit eine wichtige Teilaufgabe, denn das Internet ist wesentlich freundlicher, wenn Informationen von allen wahrgenommen werden können.
Es gibt viele Gründe für Barrierefreiheit: Sie verbessert die Benutzerfreundlichkeit, fördert die Suchmaschinenoptimierung, erhöht die Codequalität und ist seit Mitte des letzten Jahres durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland für viele Webseiten und Anwendungen rechtlich vorgeschrieben.
Eine gesetzliche Norm führt dazu, dass Unternehmen und Organisationen sich mit Handlungsfeldern beschäftigen müssen, die zuvor keine hohe Priorität hatten. Die Datenschutzgrundverordnung brachte Cookie-Consent-Tools und Datenschutzerklärungen auf die Agenda; das BFSG rückt nun die Barrierefreiheit in den Fokus, zum Beispiel wenn eine neue Webseite konzipiert und entwickelt werden muss.
Eine Pflicht fühlt sich immer unangenehm an, das liegt in der Natur der Sache. Es wäre schade, wenn das BFSG dazu führt, dass wir Barrierefreiheit negativ sehen und als notwendiges Übel im Lastenheft abtun. Dabei gibt es ein wesentliches, vielleicht sogar das wichtigste Argument für Barrierefreiheit:
Das einzige Argument für Barrierefreiheit, das viel zu selten angeführt wird, ist, wie außerordentlich es das Leben einiger Menschen verbessert. Wie viele Möglichkeiten haben wir, das Leben der Menschen dramatisch zu verbessern, indem wir einfach unsere Arbeit ein wenig besser machen?
Steve Krug, UX Designer
Für die Guten Botschafter ist Barrierefreiheit eine tragende Säule einer wirklich guten Webseite. Wir sind uns einig: Eine Corporate Identity, die barrierefreie Designs zulässt, ist ein Gewinn, keine Pflicht.
Während gutes Design Dinge besser macht, macht barrierefreies Design sie für manche erst möglich.
Und das ist eine echt gute Sache.